Das eigentliche Meerschweinchen (Caviinae) kommt ausschließlich in Südamerika vor. Diese werden in 4 Gattungen mit 20 Arten unterteilt, die an unterschiedliche Lebensräume angepasst sind. Dazu zählen die Wildmeerschweinchen (Cavia aperea), das Wieselmeerschweinchen (Galea), das Zwergmeerschweinchen (Microcavia) und das Felsenmeerschweinchen (Kerodon).
Das Hausmeerschweinchen wurde bereits im
Inka-Reich von den Indianern als Haustier
gezüchtet. Sie lebten in kleinen Rudeln in
den Häusern und Siedlungen und dienten als
Nahrungsmittel. Sie sind heute noch eine
Delikatesse dort, so wie das Kaninchen bei
uns, da ihr Fleisch proteinreich und fettarm können die Cuys bis
zu 6 Zehen pro Fuß besitzen. Man empfahl
diese auch noch bis in den zwanziger Jahren
während der Hungerzeiten als Nahrungsmittel
bei uns.
Mit der Entdeckung Südamerikas im 16.
Jahrhundert ist. Man bemüht sich dort um die Zucht
spezieller Fleischrassen, die unter den
Oberbegriff Cuys zusammengefasst werden.
Diese werden bis zu 50 cm lang und 4 Kg
schwer. Im Gegensatz zum heimischen
Hausmeerschweinchen, die vorne 4 und hinten
3 Zehen pro Fuß haben,durch die Spanier sind die
Meerschweinchen nach Europa gelangt. Sie
waren aber so teuer, dass sich kaum jemand
ein solches Meerschweinchen leisten konnte.
Viele fragen sich, wie das Meerschweinchen zu seinem Namen gekommen ist. Es mag weder Wasser besonders noch ist es mit den Schweinen verwandt. Möglicherweise wurde es so genannt wegen seiner quiekenden Laute, die teilweise an Schweine erinnern und da es über das Meer zu uns kam. Auch im englischen Namen Guinea Pig kommt das Wort Schwein vor. Guinea ist eine altenglische Goldmünze im Wert von etwa 21 Schilling. Seeleute sollen die Tiere für diesen Preis verkauft haben, wenn sie diese von ihren Seereisen mitgebracht haben.
Am weitesten verbreitet in Südamerika ist
das Wildmeerschweinchen. Dieses ist zuhause
im Norden, Westen und Südosten des
südamerikanischen Kontinents und ist die
eigentliche Stammform des
Hausmeerschweinchens, wie wir es kennen. Sie
leben normalerweise in Gruppen von 10 bis 15
Tieren und besitzen ein sehr ausgeprägtes
Sozialverhalten. Sie können sich mit einer
Vielzahl von Lauten untereinander
verständigen. Sie wohnen überwiegend in
verlassenen Höhlen anderer Tierarten. Im
südamerikanischen Grasland und dem felsigen
Gelände in 1600 bis 4000 m Höhe fühlen sie
sich am wohlsten. Das Klima wird durch
Temperaturen von 15 bis 20 Grad Celsius
gekennzeichnet, die relativ konstant sind.
Die Wildmeerschweinchen sind ca. 20 bis 30
cm lang und wiegen ca. 500 bis 600 g. Sie
können mit ihren etwas längeren Hinterbeinen
bis zu 70 cm hoch springen.
Das Bergmeerschweinchen ist in den trockenen felsigen Gelände Nordbrasiliens zuhause. Es ist etwa 30 cm groß und ähnelt im Körperbau dem Hausmeerschweinchen, allerdings sind die Beine etwas länger. Es kann aufgrund vorhandener Greifnägel und Haftsohlen an den Füßen auch auf Bäume und Büsche klettern zwecks Nahrungssuche. Das Weibchen bekommt etwa zweimal im Jahr etwa zwei Junge, während das Wildmeerschweinchen bis zu 4 Jungen pro Wurf bekommen kann.
Das Wieselmeerschweinchen ist in den Trockensavannen Argentiniens und Boliviens zu hause und lebt dort in größeren Rudeln. Es ist mit 500g Gewicht und 20 cm Länge recht klein und hat gelbe Nagezähne.
(auszugsweise sinngemäß entnommen aus "Mehr über Meerschweinchen" von Ilse Pelz)
Das Meerschweinchen auf einem Blick:
Wissenschaftlicher Name: |
Cavia aperea
f. porcellus |
Heimat: |
Südamerika |
Lebensweise: |
in Rudeln |
Verwandte: |
Wasserschwein, Maras, Agutis,
Stachelschweine, Baumstachler |
Verteidigung: |
keine, reines
Fluchttier |
Größe: |
30 - 35 cm |
Gewicht: |
männliche
Tiere bis 1800 g weibliche Tiere bis 1100 g |
Brunstzeit
der Weibchen: |
alle 17 - 21
Tage für 24 Stunden Hochbrunst: 8 - 11 Stunden |
Tragezeit: |
64 - 72 Tage,
durchschnittlich 68 Tage |
Geburtsgewicht: |
50 g bis über
120 g |
Anzahl der
Jungen: |
1 bis 5
(selten) über 6 |
Würfe pro
Jahr: |
4 möglich |
Säugezeit: |
21 - 28 Tage,
manchmal länger |
Geschlechtsreife: |
männliche
Tiere mit ca. 4 - 6 Wochen weibliche Tiere mit ca. 5 Wochen |
Zahl der
Zitzen: |
2 |
Ausgewachsen: |
mit ca. 9 -
14 Monaten |
Lebensdauer: |
6 - 8 Jahre,
selten über 10 Jahre |
Körpertemperatur: |
37, 4°C -
39,5°C, durchschnittlich 38,4°C |
Atemzüge pro
Minute: |
100 - 150 |
Herzschlag
pro Minute: |
211 - 315 |
Zähne: |
4 Nagezähne,
16 Backenzähne |
Krallen: |
vorne je 4,
hinten je 3 |
Futter: |
Pflanzenfresser, Spuren von tierischem
Eiweiß |
Trinken: |
Wasser |